Smoking Boots statt rauchender Colts

Line Dance ist Tanz, Sport, Kommunikation.

In einheitlichem Outfit machten die Damen und ihr Trainer der Tanzriege ihrem Teamnamen alle Ehren. Hier sehen wir das Emblem, das den Hemdennrücken jeder Tänzerin ziert.

Smoking Boots, Line Dance Group aus Nettersheim, präsentierte einen Ausschnitt ihres weitgefächerten Könnens auf dem KIWANIS-Clubabend am 24.11.2017. Gekonnt stellte die Gruppe (elf Paar Damenstiefel und ein Paar Herrnstiefel des Betreuers und Trainers Michael) einen gut einstündigen Ausschnitt ihres Könnens vor.  Das Programm reichte vom klassischen Western-Programm über die Darbietung zu irischer Folk Music und über das Steppen zu internationalen Hits hin zu „Smoking Christmas Boots“. Toll, wir sehen uns gerne wieder auf einer der nächsten KIWANIS-Veranstaltungen.

Über den Ursprung des Line Dance gibt es verschiedene Ansichten. Viele nehmen an, dass er seine Wurzeln im Folkloretanz hat. Als im 19. Jahrhundert die europäischen Einwanderer nach Nordamerika kamen, brachten sie ihre verschiedenen Volkstänze mit. Auf der beschwerlichen Fahrt mit den Planwagen durch das Land legten sie immer wieder Rasttage ein, bei denen sie abends ihre Musik spielten und danach tanzten. Die Völker hatten natürlich unterschiedliche Tänze, die sich dann vermischten. Insbesondere der Einfluss der irischen Einwanderer ist häufig zu spüren.

Die zweite Hälfte des 19.  Jahrhunderts war die Zeit der Cowboys. Ihr Job war hart, lebensgefährlich und schlecht bezahlt. Sie wollten in ihrer knappen Freizeit Erholung und Gesellschaft, wobei der weibliche Teil äußerst dünn gesät war. So saßen die Cowboys am Lagerfeuer oder in ihren kargen Unterkünften beisammen, wo sie sich durch Musizieren, Gesang und Erzählungen den Abend gestalteten. Da Frauen „Mangelware“ waren, tanzten die Männer zusammen. Später wurden dann die traditionellen Tänze der Einwanderer von Ihnen übernommen und dem Country und Western-Stil angepasst. Diese Tänze sind gekennzeichnet durch einfache Schritte und Country-Flair, was die Kultur jener Zeit wiederspiegelt. Die Tänze hatten immer eine bestimmte Schrittkombination, die von den Cowboys durch Showeinlagen, z.B. Drehungen, aufgelockert wurden. So entwickelte sich der heutige Line Dance. Da es auch einige Cowgirls gab, konnten auch einige Paartänze entstehen.

Line Dance ist eine eigenständige Tanzart. Man tanzt „in the line“, also in einer Linie, beziehungsweise bei vielen Tänzern in mehreren Reihen hintereinander. Diese Art zu tanzen erfordert keinen Partner. Die Schrittfolgen werden zu einer bestimmten Anzahl von Takten getanzt und wiederholen sich regelmäßig, häufig mit einer oder mehreren Richtungsänderungen. Line Dance eignet sich für jede Altersstufe. Die Hauptsache ist, man hat Freude am Tanzen. Das verwendete Musikspektrum besteht aus Country- und Popstücken. Es sind aber auch viele andere Genres dazu gekommen, z.B. Rockmusik. In Deutschland ist Line Dance seit 2002 als Freizeitsport anerkannt.